learn.SHK – Lerne und arbeite im nachhaltigen SHK-Handwerk
Effektiver lernen, besser ausbilden, top qualifiziert sein für die Energiewende: Innovative Ansätze stärken die Aus- und Weiterbildung im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk.
Herausforderung
Der Fachkräftemangel im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk (SHK) gefährdet die Energiewende in Deutschland. Zum einen fehlen qualifizierte Fachkräfte, zum anderen steigen die Anforderungen an sie: Technologien werden komplexer, vernetzter und digitaler, Planung und Kalkulation werden wichtiger. Neue Fachkräfte müssen daher schnell, niedrigschwellig, aber auch umfassend qualifiziert werden.
Lösung
Das Projekt learn.SHK geht deshalb neue Wege: Es erprobt innovative, wissenschaftlich fundierte Ansätze, die helfen, berufliches Wissen, Problemlösestrategien und methodische Fertigkeiten effektiver und effizienter zu erlernen.
Lernkultur etablieren
Um Lernkompetenzen zu steigern und lebenslanges Lernen zu fördern, entwickelt das Projekt digital gestützte „(Selbst-)Learn-SHK“-Module für Auszubildende und Weiterbildungsteilnehmende, ein digital gestütztes Tool zur Lernprozessbegleitung für Ausbildungspersonal sowie ein digital gestütztes Analyseinstrument zur Messung und Reflexion der Lernkompetenz-Entwicklung.
Erfahrungswissen sammeln und weitergeben
Fachkräfte sammeln im Laufe ihres Berufslebens wertvolle Erfahrungen, von denen jüngere Fachkräfte und Auszubildende erheblich profitieren können. Um dieses Expertenwissen gezielt zu sammeln und weiterzugeben, erprobt learn.SHK Methoden der kognitiven Aufgabenanalyse. Diese erfassen Denk- und Problemlöseprozesse von Fachexpertinnen und -experten und bereiten sie für Aus- und Weiterbildungskontexte auf.
Lernbegleitung stärken
Um Ausbildungspersonal und ausbildende Fachkräfte im Betrieb zu stärken, entwickelt und erprobt das Projekt außerdem Maßnahmen zur Verbesserung ihrer (fach-)didaktischen und pädagogischen Kompetenzen. Die Inhalte sollen digital als Methodenkoffer aufbereitet werden, der auch auf andere Gewerke übertragbar ist.
Kompetenzen zur Mitgestaltung der Wärmewende fördern
Das Projekt entwickelt zudem fachlich-technische Lernmodule für die Aus- und Weiterbildung zu aktuellen Bildungsbedarfen im SHK-Bereich. Dabei geht es zum Beispiel um neue Technologien, die zur Umsetzung der Wärmewende zum Tragen kommen. Ausgewählte Module für die Zielgruppe Meisterinnen und Meister werden auch für Studierende der Hochschule Offenburg geöffnet.
Transfer
Die gesammelten Erkenntnisse und erprobten Bildungsprodukte sollen auch nach dem Ende des Projekts von den Verbundpartnern und anderen Interessierten genutzt werden. Möglichkeiten zum Transfer der Projektergebnisse in andere Gewerke und Regionen werden schon während der Bearbeitung der Arbeitspakete erarbeitet.
Konkrete Transferaktivitäten sind die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen in anderen Gewerken und Regionen, die Durchführung von Kursen in anderen Regionen unter Einsatz von Honorarkräften sowie die Verbreitung der Angebote über die Ausbildungsberatung und -begleitung der Handwerkskammern.
Das Projekt learn.SHK wird durchgeführt durch die Verbundpartner:
Handwerkskammer Freiburg
Die Handwerkskammer Freiburg koordiniert learn.SHK mit dem Ziel, die Aus- und Weiterbildung im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk bedarfsgerecht und umfassend zu stärken. Durch die enge Zusammenarbeit der Projektpartner aus Handwerk, Berufspädagogik, Ingenieurwesen und Technologieforschung entstehen innovative Bildungsangebote. Diese werden gezielt so entwickelt, dass sie auf weitere Gewerke und Regionen übertragbar sind – ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit und zum Erfolg der Energiewende.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Das Fraunhofer ISE bringt umfangreiche Forschungs- und Entwicklungserfahrung in dieses Projekt ein. Die Erkenntnisse aus zahlreichen Forschungsprojekten – mit Industriepartnern – zur Gebäudeenergietechnik, insbesondere zur CO2-neutralen Beheizung mit Wärmepumpen, bieten eine wertvolle Grundlage, um die Herausforderungen der nahen Zukunft erfolgreich zu meistern. Die praktischen Umsetzungen in Demonstratorgebäuden zeigen auf, wie neue Technologien sinnvoll eingesetzt und vom Handwerk effektiv umgesetzt werden können.
Hochschule Offenburg
Das Institut für Energiesystemtechnik der Hochschule Offenburg (HSO) ist insbesondere für den wissenschaftlichen Transfer von learn.SHK zuständig. Ziel ist es, die Projektergebnisse langfristig zu sichern, in der Lehre zu verwenden sowie in Gesellschaft, Kommunen und Wirtschaft zu übertragen («Third mission»).
Der Wissenstransfer aus der laufenden Forschung und Entwicklung im Bereich Gebäudetechnik wiederum wird durch die Beteiligung der Hochschule Offenburg an diversen Forschungsprojekten (z.B. SHK-Unterstützungsschwarm, Durlach II oder GraphEET) – zusammen mit Industriepartnern und Verbänden der Heizungsbranche, der Energiewirtschaft und der Wohnungswirtschaft – in das Projekt sichergestellt.
Die in learn.SHK entwickelten Module des Lehrkonzepts Wärmewende sollen im Projekt verstetigt werden, sodass sie auch nach Projektende an der HSO in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Freiburg (HWK) durchgeführt werden können. Mit vernünftig dimensionierten Lernmodulen, die schrittweise und je nach Kompetenz der Teilnehmer:innen zu unterschiedlich komplexen Fragestellungen kombiniert werden können, werden akademische und handwerkliche Fachkräfte aus- bzw. weitergebildet, die sich mit Selbstbewusstsein an komplexere Themen wagen. Bei der Konzeption und Durchführung wird die HSO von der HWK unterstützt.
Mit diesem Lernformat werden gleichermaßen Auszubildende, Fachkräfte und Meister:innen wie auch Bachelor-Studierende angesprochen. So können Bachelor-Studierende an Lernmodulen gemeinsam mit SHK-Meisterschüler:innen teilnehmen, aber auch bei der Erstellung von Lernmodulen (z. B. im Rahmen von Abschlussarbeiten) unterstützen.
Pädagogische Hochschule Freiburg
Das Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Pädagogischen Hochschule Freiburg bringt seine didaktisch-methodische Expertise in das Projekt learn.SHK ein. Auf Basis aktuellster wissenschaftlicher Erkenntnisse der Berufsbildungsforschung konzipieren die Mitarbeitenden zum Beispiel neue und innovative Lehr-Lernformate, erproben diese gemeinsam mit den Praxispartnern und evaluieren die Ergebnisse – mit dem Ziel, sie kontinuierlich weiterzuentwickeln und übertragbar zu machen.
Sie haben Rückfragen?
Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Joachim Rapp
Handwerkskammer Freiburg
Telefon +49 761 15250-84
joachim.rapp@hwk-freiburg.de