Lernstrategien als Stationen im Klassenzimmer

Weiterentwicklung Lernstrategietraining „Ich schaff’ das!“

Der Gedanke, dass Menschen im Laufe ihres Lebens immer wieder dazulernen müssen, war bereits in der Antike präsent. Genauso machen auch die aktuellen technologischen Entwicklungen im SHK-Bereich eines deutlich: Weiterlernen ist wichtig, um die Herausforderungen eines sich schnell verändernden (Arbeits-)Alltags meistern zu können.

Praxisnahe Umsetzung und wissenschaftliche Basis

Die Fähigkeit, sich neue Themen selbstständig zu erschließen und sich Wissen anzueignen, übt „learn.SHK“ mit SHK-Auszubildenden im Lernstrategietraining „Ich schaff’ das!“. Dabei sind die ersten Schritte, Schulaufgaben strukturiert anzugehen und sich auf Klassenarbeiten und Prüfungen in der Berufsschule vorzubereiten. Konkret lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie eine konzentrierte Lernumgebung schaffen, wie sie neues Wissen langfristig behalten, wie sie Aufgaben planvoll lösen und wie sie ihr eigenes Lernen steuern. So können sie ein Repertoire von Lernmethoden und -strategien entwickeln, auf das sie auch über ihre Berufsschulzeit hinaus zurückgreifen können.

Das „learn.SHK“-Lernstrategietraining „Ich schaff’ das!“ basiert auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Prinzipien der Lern- und Kognitionspsychologie. Mit dem Ziel, ein praxisnahes und praxisfähiges Produkt für den SHK-Fachunterricht zu entwickeln, verfeinert „learn.SHK“ diese theoretisch fundierten Ansätze durch das Feedback von Lehrkräften und Klassen zur konkreten Durchführung an Berufsschulen.

Resonanz der Auszubildenden

Von den Auszubildenden selbst wird das „Ich schaff’ das!“-Lernstrategietraining durchschnittlich mit der Schulnote 2,0 (gut) bewertet. Im Rahmen der Abschlussbefragungen gaben zudem ca. zwei Drittel der Auszubildenden an, dass das Training für sie eine gute Ergänzung zum regulären Berufsschulunterricht war. Auch halten ca. drei Viertel es entweder für sehr oder für eher wahrscheinlich, dass sie mindestens eine der im Training gelernten Strategien auch weiterhin nutzen werden.

Trotz der überwiegend positiven Resonanz der Auszubildenden gab es jedoch auch Stolpersteine bei der Durchführung. Insbesondere die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen stieß bei einzelnen Schülerinnen und Schülern auf Skepsis. So wurde das Team von „learn.SHK“ offen gefragt, ob ein Lernstrategietraining überhaupt etwas bringe bzw. nötig sei. „Wir wissen doch alle, wie man lernt”, meinte zum Beispiel ein Auszubildender sinngemäß.

Dass dem nicht so ist, zeigen sowohl wissenschaftliche Studien als auch die Erfahrungen der Lehrkräfte: Schülerinnen und Schüler aller Bildungsniveaus nutzen häufig wenig effektive Lernstrategien. Zum Beispiel werden Texte für gewöhnlich nur mehrmals durchgelesen; es werden jedoch keine Fragen zum Text beantwortet, um das eigene Wissen auch zu testen. Lehrkräfte und Ausbilder wiederum bemängeln, dass viele Auszubildende Probleme damit haben, Textaufgaben genau zu lesen und Schritt für Schritt zu bearbeiten.

Lernstrategietrainings können genau hier ansetzen. Denn sowohl die Forschung als auch die Praxis belegen: Lernstrategien zu üben führt zu mehr Erfolg in (Berufs-)Schule und Studium.

Gute Gewohnheiten entwickeln

Wie bei jedem Training gilt jedoch: Übung macht den Meister! Der Projektleiter von „learn.SHK“ Christoph Hügle meint: „Gute Lernstrategien sind oft einfach gute Lerngewohnheiten. Zum Beispiel, dass ich mir einen ruhigen Platz zum Lernen schaffe, das Handy wegpacke und mir überlege, was ich jetzt überhaupt lernen will”.

Zu lernen, wie man optimal lernt, braucht also Zeit und sollte über die gesamte Berufsschulzeit eingeübt werden. Wir empfehlen daher die dauerhafte und fächerübergreifende Einbindung der Lernstrategien in den (Fach-)Unterricht der SHK-Auszubildenden.

Nächste Schritte zur Etablierung an Berufsschulen

Im nächsten Schritt überarbeitet „learn.SHK“ das Trainingskonzept und entwickelt Lehr- und Lernmaterialien, mit denen das Lernstrategietraining an Berufsschulen selbständig durchgeführt und fest verankert werden kann.

Nicht zu unterschätzen ist dabei auch das Thema Motivation. Es ist möglich, dass zumindest bei einigen der Auszubildenden Lernen in der bisherigen Schulkarriere mit negativen Erfahrungen verbunden war, was eine Unlust, sich mehr damit zu beschäftigen ganz verständlich macht. In der dritten Erprobung des „Ich schaff’ das!“-Lernstrategietrainings sollen daher Freude am Lernen, spielerische Aspekte und eine angemessene Lernbegleitung noch mehr in den Vordergrund gerückt werden. Ziel ist es, das Vertrauen der Auszubildenden in ihre eigenen Fähigkeiten durch kleine, erreichbare Ziele zu stärken und zu festigen.

+++ Bild: Lernstrategien als Stationen im Klassenzimmer. Foto: learn.SHK +++