Auftakt für zukunftsorientierte Lernortkooperation: „Lernortschmiede“ vernetzt Schule, Betrieb und ÜBA
Die Erwartung, dass Lernortkooperation in der Berufsbildung gut funktioniert, ist selbstverständlich – aber wie genau fördert man Konsistenz und Zusammenarbeit? Das Format „Lernortschmiede“ aus dem Innovationsprojekt „learn.SHK“ bringt dafür die beteiligten Lernorte Berufsschule, Betrieb und überbetriebliche Ausbildungsstätte (ÜBA) zusammen für eine neue Form von Lernortkooperation. Ziel ist es, die Ausbildung zu stärken. Im November fand der Auftakt statt – rückblickend ein gelungener Anfang, um an der Lernortkooperation der Zukunft zu werkeln.
Der Einladung zum Auftakt der „Lernortschmiede“ waren zentrale Akteure der drei genannten Lernorte gefolgt. Darunter Bernd Wölfle, Betriebsinhaber von Wölfle & Schmälzle Wärmetechnik, welcher sich auch im Ehrenamt des Handwerks als Obermeister der SHK-Innung Achern/Offenburg/Wolfach sowie als Kreishandwerksmeister der Ortenau engagiert. Bereichert wurde der Workshop auch durch die Perspektiven von Jürgen Biegert, Lehrer für den Beruf Anlagenmechaniker/in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) an der Berufsschule der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg sowie Armin Haas, überbetrieblicher Ausbilder SHK an der Handwerkskammer Freiburg.
Weitere Ideen sind willkommen
Es ist nicht selbstverständlich, zwischen den Anforderungen des eigenen Berufsalltags Zeit für einen Workshop zu finden, in dem es um Verbesserungen für die Auszubildenden an den Lernorten geht. „Aber erstrebenswert ist, dass sich die SHK-Betriebe in der ‚Lernortschmiede‘ engagieren“, sagt Bernd Wölfle. „Am Ende profitieren die Betriebe ja selbst davon, wenn die Zusammenarbeit der Lernorte in der Ausbildung gut läuft. Die Qualität der Ausbildung soll gesteigert werden.“ An das Team von „learn.SHK“ gerichtet wünscht er sich, dass noch mehr SHK-Betriebe als Ideengeber für die „Lernortschmiede“ gewonnen werden können. Besonders gefreut hat es die „learn.SHK“-Trainerinnen Franziska Schwehm (Pädagogische Hochschule Freiburg) und Mila Lamm (Hochschule Offenburg), dass schon im ersten Workshop in nur drei Stunden bereits zahlreiche Ideen zur Verbesserung von Lernortkooperation entwickelt wurden.
Positive Rückmeldungen
„Ein echtes Highlight war für mich der Moment, als aus vielen einzelnen Gedanken Schritt für Schritt ein gemeinsames Verständnis für das Thema entstand – und damit eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit“, sagt Franziska Schwehm.
Dass der Auftakt auch bei den Teilnehmern gut ankam, beweist die Rückmeldung von Armin Haas. Beim nächsten Mal möchte er gerne wieder dabei sein, um weiter an Ideen für eine verbesserte Lernortkooperation zu schmieden. „Am besten auch mit weiteren ÜBA-Ausbildern“, wünscht er sich. „Gut gefallen hat mir die Offenheit der Teilnehmenden und der gute, fachliche Austausch untereinander. Und einfacher ist die Arbeit an einer Lernortkooperation natürlich, wenn Organisation und Struktur gegeben sind, wie durch die ‚Lernortschmiede‘“, ergänzt Jürgen Biegert.
Ausbildung abgestimmt auf die Lernorte
Klaus Huschle (Handwerkskammer Freiburg) und Moritz Bühler (Hochschule Offenburg) verantworten im Projekt „learn.SHK“ die Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte, die wichtig sind, um den Anforderungen der Wärmewende in der Heizungs- und Klimatechnik gerecht zu werden. Sie sichten nun die Ideen aus der „Lernortschmiede“ und werden die Anregungen in erste Lernmodule einfließen lassen, die an allen Lernorten zum Einsatz kommen sollen. Ein Thema, das von allen Teilnehmenden als wichtig gewertet wurde, ist die korrekte Voreinstellung von Thermostatventilen an Heizkörpern im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs. Mit diesem Verfahren wird die Effizienz von Heizanlagen erhöht und eine komfortable, gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen sichergestellt. Schließlich werden Aufgaben passend zu den Lernzielen in Betrieb, Berufsschule und ÜBA entwickelt.
Ausblick und Einladung zur Infoveranstaltung
„Es ist wertvoll, dass der Auftakt der ‚Lernortschmiede‘ als ein Raum zur engagierten Mitgestaltung genutzt wurde“, ist das Fazit von Franziska Schwehm. „Und mit weiteren Beteiligten, die sich mit einbringen möchten, kann die Vielfalt an Ideen, die zur Verbesserung der Ausbildung beitragen, noch bereichernder werden“, ergänzt Mila Lamm.
Im Rahmen zweier digitaler Infoveranstaltungen im kommenden Februar stellt das Team von „learn.SHK“ das Format „Lernortschmiede“ und die zentralen Ergebnisse des ersten Workshops vor. Zusätzlich erfahren Interessierte, auf welchen Wegen sie ihre Ideen zur Stärkung der Ausbildung weiterhin einbringen können.
Der Mehrwert für die Beteiligten: Lernortübergreifende Projekte, eine genauere Abstimmung von Theorie und Praxis sowie besser vorbereitete Auszubildende im Betrieb steigern Zufriedenheit und Lernerfolg auf allen Seiten.
Digitale Infoveranstaltungen
Termine: Dienstag, 03.02.2026 + Dienstag, 10.02.2026
Uhrzeit: jeweils von 17:00 – 18:00 Uhr, sowie am 10.02.26 zusätzlich von 13:00 – 14:00 Uhr
Anmeldung per E-Mail an: learn.shk@hwk-freiburg.de

